Im Asylverfahren beraten und vertreten wir Sie bei

– Vorbereitung auf Anhörung
– Ablehnung des Asylantrages
– Abschiebehaft
– Asylfolgeantrag
– Wiederaufnahme des Verfahrens nach Einstellung des Asylverfahrens
– Dublin-Verfahren
– Feststellung von Abschiebehindernissen
– Herstellung der Familieneinheit
– Unterbringung/Umzug in einem/n Wohnheim oder Wohnung
– Erteilung der Arbeitserlaubnis

Die nachfolgenden Antworten auf die Fragen geben einen groben Überblick über die Problematiken des Asylrechts, ersetzen aber nicht die anwaltliche Beratung im konkreten Fall.

Anreise und Registrierung->Zuweisung->Verteilung->Asylantragstellung->Anlegen der Akte ->Erteilung der Aufenthaltsgestattung->Prüfung nach Dublin-Verfahren->Anhörung Entscheidung des BAMF->Anerkennung oder Ablehnung->Bei Ablehnung: Klageverfahren

Bei der Einreise können Sie sich direkt an die Grenzkontrollbehörde wenden. Sie werden dann in eine Erstaufnahmeeinrichtung bzw. Aufnahmelager weitergeleitet.

Die Erstaufnahmeeinrichtungen befinden sich in den Außenstellen des BAMFs und sind mit Zimmern für die Flüchtlinge, Arzt, Polizei und Kantine ausgestatten.

Wenn Sie sich bereits in Deutschland aufhalten, dann können Sie an diese Außenstellen wenden oder auch an jede andere Behörde. Sie werden dann an die zuständige Erstaufnahmeeirichtung vermittelt.

Nach dem Sie einige Zeit in der Erstaufnahmeeinrichtung gewohnt haben (in der Regel bis 6 Wochen, höchstens bis zu 6 Monaten), werden Sie in einem Wohnheim an einem anderen Ort untergebracht. Die Umverteilung kann auch in andere Bundesländer stattfinden. Entweder in der Erstaufnahmeeinrichtung oder danach stellen Sie den Asylantrag und es wird für Sie eine Akte angelegt.

Derzeit kann es aufgrund der hohen Anzahl der Asylbewerber vorkommen, dass Sie zunächst nur registriert werden und eine Annahmebescheinigung erhalten. Die eigentliche Antragstellung erfolgt dann nach einer gesonderten Ladung des BAMF.

Sie werden verpflichtet, an einem Wohnort (Stadt, Gemeinde) zu leben (sog. Wohnsitzauflage). Sie können aber durch ganz Deutschland fahren. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht länger als eine Woche abwesend sind.

Wenn ihr Asylantrag vollständig erfasst wird und das BAMF dies der Ausländerbehörde mitteilt, die für Sie zuständig ist, dann erhalten Sie eine Aufenthaltsgestattung. Dies ist ein Dokument, mit dem Sie sich im Alltag als Asylbewerber ausweisen können.

Wenn Sie mit einem Visum des anderen EU-Staates eingereist sind oder dort einen Asylantrag gestellt haben, dann prüft das BAMF, ob Sie im Rahmen des Dublin-Verfahrens in dieses Land wieder abgeschoben werden können.

Nachdem ihr Antrag erfasst wird, werden Sie zu einer Anhörung geladen. Dies ist der bedeutsamste Teil des Asylverfahrens. Daher sollten Sie sich auf die Anhörung umfassend und gründlich vorbereiten. Der Rechtsanwalt  kann Sie auf die Anhörung vorbereiten und dahingehend beraten, dass die Verfolgungsgeschichte entsprechend den Anforderungen der Rechtsprechung und des Bundesamtes dargestellt wird. Die grobe Darstellung der Verfolgungsgeschichte erfolgt durch den Rechtsanwalt und wird dem BAMF vor der Anhörung zugeschickt.

Derzeit praktiziert das Bundesamt schnelle Ladungen zur Anhörung oder zwingt die Asylsuchende ohne Vorwarnung zur Anhörung. Daher sollte die Vorbereitung so früh wie möglich gemacht werden.

Mit der Anerkennung erhalten Sie einen Flüchtlingsausweis, der für drei Jahre erteilt wird  und mit dem Sie arbeiten können.

Wenn ihr Antrag auf die Gewährung des Flüchtlingsstatus abgelehnt wurde, dann erhalten Sie die Entscheidung des Bundesamtes in einem gelben Umschlag. Sie haben dann die Möglichkeit, gegen die Entscheidung zu klagen. Wenn Sie sich für einen Klageweg entscheiden, dann können wir Ihnen dabei behilflich sein.

Die Klagefrist beträgt je nach Entscheidungsformulierung eine oder zwei Wochen.

Daneben ist oft auch der Antrag im Eilverfahren erforderlich, um eine drohende Abschiebung zu verhindern. Man sollte daher schnell handeln, damit die Frist nicht verstrichen ist. Sollte es dennoch passieren, dann bleiben eventuell andere Lösungsmöglichkeiten wie Asylfolgeantrag oder Antrag auf Erteilung der Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen. Dies muss aber im Einzelfall immer geprüft werden.

Fragen und Antworten

Sie sollen in der Regel von einer Verfahrensdauer von etwa 6 Monaten ausgehen. Das Bundesamt bearbeitet die Anträge der letzten zwölf Monaten innerhalb der ca. vier Monaten. Die Anträge von Antragstellern aus Syrien werden innerhalb von drei Monaten bearbeitet. Bei den Antragstellern aus Kosovo, Montenegro, Serbien und Ukraine kann es unter Umständen auch schneller vorangehen.

Aus anwaltlicher Sicht empfiehlt es sich meistens nicht, das Asylverfahren zu beschleunigen, da sich die Asylbewerber mit der Zeit mehr und mehr integrieren, was wiederum einen positiven Einfluss auf die Erlangung des Aufenthaltstitels auswirken kann.

Was geschieht mit meinem Flüchtlingsstatus, wenn der Bürgerkrieg oder die Verfolgung im Heimatland beendet werden?

Wenn Sie in Deutschland als Asylberechtigter oder Flüchtling anerkannt werden, dann können Sie für drei Jahre hier auch bleiben. Nach drei Jahren überprüft das BAMF, ob in Ihrem Land noch ein Krieg herrscht oder die Verfolgung noch droht. Ist dies nicht der Fall, dann kann ihr Aufenthalt in Deutschland beendet werden. Sie haben aber nach drei Jahren des legalen Aufenthalts, die Niederlassungserlaubnis beantragen. Dafür müssen Sie gut integriert sein, die deutsche Sprache beherrschen und eine Arbeitsstelle haben.

Was soll ich unternehmen, wenn das Bundesamt die Ablehnung zuschickt?

Sie können gegen die Ablehnung eine Klage erheben, wie es bei der Frage 1. erläutert wurde.

In welchen Fällen bekommt man eine Duldung?

Wenn ihr Antrag auf Asyl abgelehnt wurde und Sie keine weiteren Schritte unternehmen, ihre Abschiebung  aber nicht durchgeführt werden kann, dann erhalten Sie eine Duldung.

Die Duldung ist aber kein Aufenthaltstitel, sondern nur eine Bescheinigung über die Aussetzung der Abschiebung.

Was passiert, wenn ich bei Ablehnung des Asylantrages nicht freiwillig ausreise?

Wenn Sie zur Ausreise verpflichtet sind und nicht freiwillig ausreisen, dann
kann die Ausländerbehörde Sie unter Umständen mithilfe der Polizei zur Ausreise zwingen.

Womit muss man bei Verurteilung wegen einer Straftat rechnen?

Grundsätzlich gilt, dass schon die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr ausreichend sein kann, um den Ausweisungsgrund anzunehmen. Die Behörden haben hier einen Entscheidungsspielraum. Entscheidend kann die Art und Schwere der Tat sein.

Dublin-Verfahren bedeutet, dass der Asylsuchende nur in einem europäischen Land ein Asylantrag stellen kann und dass das Land für den Asylsuchenden zuständig bleibt, welches ihm/ihr das Visum erteilte oder aus sonstigen Gründen dazu verpflichtet ist.

Sofern Sie über ein anderes EU-Land eingereist sind, dann können Sie in dieses Land wieder abgeschoben werden, auch wenn Sie dort keinen Asylantrag stellten.

Rufen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne.


Tel: 0221-99799686 Mo-Fr. 10-17 Uhr.